Bienenkiller endlich verbieten!

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Die EU will das Bienensterben beenden und die gefährlichen Neonikotinoid-Ackergifte verbieten. Die Gefahr: CSU-Agrarminister Schmidt sabotiert das – wie schon bei Glyphosat. Deshalb muss die SPD in den Koalitionsverhandlungen das Verbot durchsetzen.

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Bienenschutz-Appell an die SPD!

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles, SPD-Chef Martin Schulz, SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks, CSU-Agrarminister Christian Schmidt

Das Bienensterben nimmt dramatische Ausmaße an. Pestizide wie Neonikotinoide haben daran einen großen Anteil. 

Deswegen fordere ich Sie auf: Sorgen Sie dafür, dass Deutschland dem Neonikotinoid-Verbot in der EU zustimmt.

5-Minuten-Info Neonikotinoide

Was sind Neonikotinoide?

Neonikotinoide sind Nervengifte, die Pflanzen vor saugenden und beißenden Insekten schützen sollen – zum Beispiel dem Maiszünsler. Die Pestizide werden entweder in den Boden eingearbeitet, auf Blätter aufgetragen oder als Beize auf das Saatgut „geklebt“.

Wurden Neonikotinoide nicht schon längst verboten?

Nicht ganz. Der Einsatz von Neonikotinoiden wurde stark eingeschränkt. Komplett verboten sind sie jedoch noch nicht. 2009 erließ die damalige Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) ein erstes Teilverbot der Pestizide. Seitdem wurde der Erlass jedes Jahr erneuert und teilweise verschärft. Im Mai 2013 schränkte die EU-Kommission zudem die Verwendung der neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in Pflanzenschutzmitteln ein. So ist es derzeit EU-weit nicht erlaubt, die drei Insektizide etwa auf Rapssaat und beim Anbau von Kirschen, Äpfeln oder Gurken anzuwenden. Doch die Beschränkung hat einige Lücken – für zahlreiche Pflanzen gibt es Sondergenehmigungen. Neonikotinoide dürfen zum Beispiel bei Hafer oder Weizen angewendet werden, wenn die Getreide zwischen Januar und Juni ausgesät werden.

Die EU-Kommission hatte vergangenes Jahr ein Freiland-Verbot für die drei Insektizide vorgeschlagen. Eine Abstimmung darüber wurde jedoch auf das Frühjahr 2018 vertagt. Die EU-Staaten wollen erst noch eine neue Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) abwarten, in der untersucht wird, wie gefährlich die Neonikotionide für Bienen sind.

Ist der Verbrauch des Insektengifts nicht längst zurückgegangen?

Leider nein. Obwohl die sogenannten „Neonics“ seit fast vier Jahren nur noch stark eingeschränkt verwendet werden dürfen, ist der Gesamtabsatz in Deutschland und Europa gleich geblieben. In Deutschland wurden allein im Jahr 2015 mehr als 200 Tonnen reiner Wirkstoff an Landwirte abgegeben.

Wer hat ein Interesse daran, dass die Neonikotinoide erlaubt bleiben?

Ganz klar: die Hersteller. Chemiekonzerne wie Bayer, BASF und Syngenta machen mit den Chemikalien ein gutes Geschäft. Derzeit klagen sie vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das bestehende Teilverbot. Ihrer Ansicht nach gebe es keine hinreichenden Beweise, die ein Verbot begründen würden. Die europäische Aufsichtsbehörde (EFSA) ist anderer Auffassung: Sie hält Neonicotinoide schädlich für Bienen und Menschen.
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