Bienensterben stoppen!

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Weniger Pestizide, mehr Schutzflächen: Die Bundesregierung hat versprochen, gegen das Insektensterben vorzugehen. Doch seit Monaten blockiert Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) das nötige Gesetz, das Bienen, Hummeln und Schmetterlinge besser schützen würde. 

Fordern Sie Julia Klöckner jetzt auf, ihre Blockade zu beenden! 

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU)

Sehr geehrte Frau Klöckner,

das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung soll Bienen und andere Insekten besser schützen. Das Umweltministerium hat seine Hälfte des Gesetzes bereits vorgelegt. Jetzt liegt es an Ihnen: Handeln Sie!

Ich fordere Sie auf: Blockieren Sie nicht länger den Entwurf des Umweltministeriums für ein Insektenschutzgesetz. Und legen Sie die andere Hälfte des Gesetzentwurfs vor. Dieser muss den Einsatz von Pestiziden massiv verringern, den Glyphosat-Ausstieg bis 2023 festschreiben und bäuerliche Betriebe unterstützen, wenn sie ambitionierten Insektenschutz umsetzen.

5-Min-Info

Warum sind Bienen und Insekten wichtig?

Die Insekten sind eine der vielfältigsten Tiergruppen. Alleine in Deutschland gibt es rund 33.000 Insektenarten – darunter 550 Wildbienenarten. Insekten sorgen für die Bestäubung zahlreicher Pflanzen – ohne sie wäre der Anbau vieler Lebensmittel nicht möglich. Darüber hinaus sind Insekten die Lebensgrundlage unzähliger Tiere, wie zum Beispiel Vögel, Igel oder Frösche. Das Verschwinden der Insekten würde zum Zusammenbruch unserer Ökosysteme führen.

Wie steht es um die Insekten?

Studien zeigen einen dramatischen Rückgang der Insekten. So hat die Menge der Insekten in Deutschland durchschnittlich um 75 Prozent abgenommen – alleine seit 1989. Hunderte Arten – darunter etliche Wildbienen, Schmetterlinge, Libellen und weitere – stehen vor dem Aussterben. Selbst in Naturschutzgebieten geht die Zahl der Insekten stark zurück.

Was sind die Gründe für das Insektensterben?

Das Insektensterben hat mehrere Ursachen. Durch Monokulturen und die Versiegelung von Flächen verschwinden immer mehr wertvolle Biotope. Pestizide wie Glyphosat oder Neonicotinoide schaden den Insekten oder ihren Futterpflanzen. Zudem leiden die Insekten unter zu viel Dünger in der Landwirtschaft und der nächtlichen Beleuchtung unserer Dörfer und Städte. Ein wichtiger Grund ist auch die Zunahme der Größe der einzelnen Felder. Denn viele Insekten können diese Monokulturen nicht mehr überfliegen und haben so gar keine Chance, zu einem Ort mit Nahrung zu gelangen.

Was ist das Aktionsprogramm Insektenschutz?

Die Bundesregierung hat 2019 auf Vorschlag von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ein Aktionsprogramm Insektenschutz beschlossen. Damit hat sich die Bundesregierung auf eine Reihe Maßnahmen zum Schutz der Insekten geeinigt. Die wichtigste dieser Maßnahmen ist ein Insektenschutzgesetz, das den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln reduzieren und für Insekten wichtige Biotope besser schützen soll. Zudem soll der Einsatz von Glyphosat bis 2023 beendet werden.

Wie ist der Stand beim Insektenschutzgesetz?

Das Insektenschutzgesetz fällt in die Zuständigkeitsbereiche von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Beide Ministerinnen müssen jeweils einen Teil des Gesetzentwurfs schreiben.

Umweltministerin Schulze hat ihren Teil des Gesetzentwurfs zum Schutz von Biotopen und Gewässerrandstreifen vorgelegt. Julia Klöckner hingegen hat den von ihr verlangten Teil zur Pestizidreduktion und zum Glyphosatausstieg noch nicht vorgelegt. Stattdessen hat sie sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel über Schulzes Gesetzentwurf beschwert – weil die Interessen der Landwirtschaft nicht berücksichtigt seien. Mit dieser doppelten Blockade gefährdet Klöckner den erfolgreichen Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens.

Warum braucht es Unterstützung für Bäuer*innen?

Heute sehen sich viele Betriebe gezwungen, immer intensiver zu wirtschaften, weil sie viel zu niedrige Preise für ihre Lebensmittel bekommen und die Kosten für Agrarflächen steigen. Dieses fatale Prinzip müssen wir umkehren.

Was Biene, Hummel, Schmetterling und Co. brauchen, ist Vielfalt auf den Äckern, kleinere Felder und auch Anbauformen, die nicht das Maximum aus jeder Fläche herausholen. Sehr viele Landwirt*innen sind bereit, die Biodiversität auf ihren Flächen zu fördern. Sie brauchen aber einen finanziellen Ausgleich dafür – denn sie werden etwas weniger Ernte pro Hektar einfahren. Es ist wichtig, die Bauernhöfe jetzt zu unterstützen für die Zukunft der Artenvielfalt. Das muss im Rahmen des Insektenschutzgesetzes ebenso angelegt werden wie in der Europäischen Agrarförderung.
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