Schon wieder ein Albtraum-Silvester: volle Notaufnahmen, verstörte Tiere, zugemüllte Städte. Hunderttausende fordern ein Böllerverbot – seit Jahren. Viele Kommunen wollen das umsetzen, doch sie stehen vor rechtlichen Hürden. Jetzt kommt es auf Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) an. Er kann regionale Böllerverbote möglich machen, indem er das Sprengstoffrecht ändert. Unterzeichne jetzt, damit endlich Schluss ist mit der gefährlichen Böllerei.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
Jedes Silvester sterben Menschen durch Feuerwerkskörper oder werden lebensbedrohlich verletzt. Einsatzkräfte sind überlastet, die Feinstaubbelastung ist enorm und Tiere sind verängstigt. Seit Jahren protestieren Hunderttausende für ein Böllerverbot – laut Umfragen wünscht sich die Mehrheit der Deutschen ein Ende der gefährlichen Knallerei.Viele Städte und Gemeinden wollen Verbote einführen und damit Menschen, Tiere und Umwelt schützen. Doch derzeit dürfen Kommunen nicht frei über regionale Verbote entscheiden. Wir fordern Sie deshalb auf: Ermöglichen Sie das längst überfällige Böllerverbot. Ändern Sie das Sprengstoffrecht, damit Kommunen selbst bestimmen können!
5-Minuten-Info
Noch gefährlicher ist illegal verkaufte Pyrotechnik. Diese Sprengkörper entsprechen nicht den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen und haben meist eine enorme Zerstörungskraft.
Kleines Tischfeuerwerk dagegen ist bei richtiger Anwendung unbedenklich.
Die Umweltbelastung durch Müll, der bei der Knallerei entsteht, ist enorm. Eine Studie zeigt, dass wir durch den Verzicht auf Böller allein beim Plastikmüll rund 3.500 Tonnen vermeiden könnten.
Tiere leiden besonders unter dem Getöse der explodierenden Feuerwerkskörper. Haustierbesitzer*innen kennen das nur allzu gut, wenn Hund und Katze panisch ein Versteck suchen. Aber auch Wildtieren schaden die Explosionen, sie können durch den Lärm sogar sterben: Vögel etwa verlieren leicht die Orientierung, fliegen aufgeschreckt durch die Gegend und fallen dann vor Erschöpfung vom Himmel. Deshalb warnt zum Beispiel der NABU vor den Folgen für Wildtiere.
Eine andere Möglichkeit: Immer mehr Städte wie etwa Paris oder Brüssel setzen auf Lichtshows als Alternative zum Feuerwerk. Dabei werden spektakuläre Effekte in den Himmel projiziert – ganz ohne Gefahren, Lärm und Müll.
Doch nun ist Bewegung in die Debatte gekommen: Eine Öffnungsklausel im Sprengstoffrecht ist im Gespräch. Sie würde es Ländern und Kommunen erlauben, selbstständig Böllerverbote zu erlassen. Die Innenministerkonferenz signalisierte zu diesem Kompromiss bereits breite Zustimmung – auch der Bundesinnenminister scheint dafür offen zu sein.
Viele Kommunen würden gerne Böllerverbote erlassen, auch in Dobrindts bayerischer Heimat. Wird die Öffnung des Sprengstoffrechts beschlossen, könnten Mensch, Tier und Umwelt schon bald an vielen Orten vor Böllern geschützt werden. In den Stadtstaaten Bremen und Berlin, die die Initiative zur Öffnungsklausel vorantreiben, könnten zum Beispiel die Innenstadtbereiche bald böllerfrei sein. Und je mehr Menschen erleben, wie angenehm ein böllerfreies Silvester ist, desto selbstverständlicher werden sie sich für Böllerverbote auch anderswo einsetzen. Sogar der Widerstand gegen ein bundesweites Verbot könnte schwinden.
Mit umfassenden Verboten wäre es auch schwieriger, die Böllerfrage politisch zu instrumentalisieren. Bisher drehen sich politische Debatte und Maßnahmen oft nur um einzelne, stark stigmatisierte Stadtteile. Immer wieder missbrauchen Politiker*innen die Diskussion um Böller für rassistische Anfeindungen.