Rettet den Glyphosat-Ausstieg!

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Endlich tut sich was: Umweltministerin Schulze (SPD) will Glyphosat vom Acker verbannen. Das Pestizid erregt wahrscheinlich Krebs. Doch jetzt mauert Agrarministerin Klöckner (CDU). Dabei eilt es: Schon am 16. Dezember könnten viele Glyphosat-Produkte neu zugelassen werden. 

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Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft

Glyphosat erzeugt wahrscheinlich Krebs. Und es bedroht die natürliche Artenvielfalt. Sie haben im Koalitionsvertrag mit der SPD vereinbart, den Einsatz von glyphosathaltigen Pestiziden deutlich einzuschränken - und so schnell wie möglich ganz zu beenden.

Bundesumweltministerin Schulze (SPD) hat einen Plan vorgelegt: Glyphosat soll in Parks, Privatgärten und Naturschutzgebieten sofort untersagt werden. Auf den Äckern soll der Einsatz zunächst eingeschränkt und ab 2023 komplett verboten werden. 

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5-Minuten-Info

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist ein Totalherbizid. Es tötet jede Pflanze, die vorher nicht entsprechend gentechnisch verändert wurde. In Deutschland wird Glyphosat vor allem eingesetzt, um Felder vor der Aussaat von Wildkräutern zu befreien. In anderen Ländern werden Pflanzen mittels Gentechnik sogar so manipuliert, dass sie niemals gegen Glyphosat resistent werden können.

Glyphosat wurde vom US-Konzern Monsanto patentiert und ist zum Beispiel im Pestizid Round-Up enthalten. Im Juni 2018 hat der deutsche Bayer-Konzern Monsanto für 63 Milliarden Euro gekauft.

Warum ist Glyphosat gefährlich?

Glyphosat schadet Mensch und Umwelt. Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend” eingestuft. Eine besondere Gefahr besteht für die Anwender/innen von Glyphosat: Studien belegen, dass sie vermehrt an Lymphknotenkrebs erkranken. Im August 2018 wurde Monsanto erstmals von einem US-amerikanischen Gericht auf Schadensersatz verurteilt: in Höhe von 289 Millionen US-Dollar. 

Auch für die Umwelt hat Glyphosat verheerende Folgen: Im September 2018 fanden Forscher/innen heraus, dass das Mittel für Bienen tödlich sein kann.

Was kann die Bundesregierung tun, um Glyphosat zu verbieten?

Die EU hat Ende 2017 den Wirkstoff Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen. Der damalige CSU-Agrarminister Schmidt stimmte im Alleingang für die Verlängerung. Doch die Bundesregierung kann die weitere Zulassung von Pestiziden mit Glyphosat verweigern. 

Im Dezember endet die Zulassung von 25 glyphosathaltigen Pestiziden - wenn die Bundesregierung sie nicht verlängert. Sie muss entscheiden, ob sie aus Glyphosat aussteigt oder die Pestizide für fünf weitere Jahre genehmigt. Lässt die Regierung die Mittel weiter zu, braucht es dringend zusätzliche Maßnahmen, die die Anwendung einschränken.

Welche Maßnahmen schlägt Umweltministerin Svenja Schulze vor?

Umweltministerin Svenja Schulze hat im November 2018 ihren Plan für den Glyphosat-Ausstieg vorgestellt. Sie fordert:

  • Ein sofortiges Verbot von Glyphosat in privaten Gärten und Parks, Naturschutzgebieten und bei Vorsaat, Stoppelbehandlung und Vorerntespritzung (“Sikkation”).
  • Ein festes Enddatum: 2023 läuft die EU-Genehmigung aus, dann soll auch der Einsatz in Deutschland enden.
  • Strenge Auflagen für die Glyphosat-Nutzung: 10 Prozent der Ackerflächen müssen pestizidfrei bleiben. Außerdem muss zu Gewässern ein Mindestabstand von 20 Metern eingehalten werden.

Schulzes Plan ist der erste konkrete Vorstoß der Bundesregierung, Glyphosat endgültig zu verbieten.

Welche Erfolgschance hat Schulzes Ausstiegsplan?

Über den Glyphosat-Ausstieg müssen Agrar- und Umweltministerium gemeinsam entscheiden. Die Zustimmung von CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist also zentral. Bislang ist Klöckner allerdings nicht als Umweltschützerin in Erscheinung getreten.

Klöckner sieht Schulzes Ausstiegsstrategie kritisch: Sie wirft der Umweltministerin vor, bereits geregelte Zuständigkeiten in Frage zu stellen. Auch in der Sache sieht sie keinen dringenden Handlungsbedarf: Immerhin sei der Einsatz von Glyphosat in Deutschland schon um ein Drittel reduziert worden. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag aber darauf geeinigt, die Pestizidnutzung grundsätzlich zu beenden, nicht nur zu reduzieren - hier ist Klöckner also in der Pflicht.

Was sieht der Koalitionsvertrag zu Glyphosat vor?

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, den Einsatz von Glyphosat zunächst mit einer „Minderungsstrategie” deutlich einzuschränken. Bis spätestens März 2020 wollen sie eine Ackerbaustrategie zu „umwelt- und naturverträglichen Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln” vorlegen. Dazu gehört auch, dass sie Alternativen zu Pestiziden fördern wollen. Der Koalitionsvertrag sieht vor, die Anwendung von Pestiziden so schnell wie möglich zu beenden. 

Der Vertrag lässt aber offen, wie sich die Bundesregierung zu den anstehenden Zulassungen für glyphosathaltige Pestizide verhalten soll. 

Welche Alternativen gibt es zu Glyphosat?

Eine Studie des Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), das dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstellt ist, zeigt: Mechanische Methoden - wie Pflügen oder der Einsatz von Grubbern - haben die gleiche Wirkung wie Glyphosat. 

Die Autor/innen des Glyphosat-Reports des Pestizid-Aktions-Netzwerks PAN International betonen zudem, dass Wildkräuter auf dem Acker die Produktivität nicht grundsätzlich verringern. Im Gegenteil: Wildkräuter können eine wichtige Rolle dabei spielen, Schädlinge zu bekämpfen, die Qualität der Böden zu verbessern und die Ernteerträge zu erhöhen. 
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