Rewe grillt den Regenwald

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Rewe verkauft Grillkohle aus Tropenholz. Der Raubbau am Regenwald nimmt Pflanzen und Tieren den Lebensraum und befeuert den Klimawandel. Jetzt ist Grillsaison – und wir fordern von Rewe: Hört auf, den Regenwald zu grillen!

Bitte unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell.

Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender Rewe Group

Sehr geehrter Herr Souque,

Rewe vertreibt in seinen Märkten nicht zertifizierte Grillkohle, die Tropenholz enthält. Das schadet den Tieren im Regenwald ebenso wie unserem Klima. Deswegen bitten wir Sie: Verkaufen Sie keine Grillkohle aus Tropenholz. Bestehen Sie bei Ihren Lieferanten ausschließlich auf gekennzeichnetem Holz, das vom FSC zertifiziert ist.

5-Minuten-Info Tropenholz in Grillkohle

In welcher Kohle steckt Holz aus dem Regenwald?

Die Umweltstiftung WWF hat 2017 und 2018 Grillkohle getestet: 36 Produkte von Supermärkten, Discountern und Baumärkten. Bei 89 Prozent gab es keine oder falsche Informationen zu den verwendeten Holzarten. 

Bei 61 Prozent schätzt der WWF das Risiko für illegalen Holz und Raubbau als sehr hoch ein. Dazu gehören Tropenholz ohne Wald- oder Legalitätszertifikat und Produkte aus der Ukraine. Falsche Angaben über die verwendeten Holzarten kommen ebenso vor wie nicht haltbare Öko-Versprechen. Der Vergleich der Ergebnisse von 2017 und 2018 zeigt: Es hat sich wenig verbessert. 

Wieviel Holzkohle wird in Deutschland verbraucht?

Deutschland verbraucht jährlich 250.000 Tonnen Holzkohle – mehr als jedes andere EU-Land. Um diese Menge zu produzieren, wird die doppelte bis zehnfache Menge Holz benötigt. Das sind zwischen 500.000 Tonnen und 2,5 Millionen Tonnen Holz. 

Wo kommt die Holzkohle genau her?

Nur 40.000 Tonnen Holzkohle werden in Deutschland hergestellt. Das deckt den Verbrauch bei weitem nicht. Der Großteil wird importiert: 70 Prozent der Grillkohle, die in Deutschland verkauft wird, kommen aus Polen, der Ukraine, Nigeria und Paraguay. Die Holzkohle aus Polen ist zum großen Teil selbst Importware: 84 Prozent stammen aus der Ukraine und Nigeria. Der Export von Holzkohle aus der Ukraine und Polen ist in denen letzten Jahren stark gewachsen. Paraguay ist seit Jahren eines der wichtigsten Lieferländer für deutsche Holzkohle. 2017 waren das über 31.000 Tonnen.

Warum appelliert Campact an Rewe?

Rewe verkauft Tropenholz-Holzkohle ohne FSC-Zertifikat. Das Risiko für Illegalität und Raubbau schätzt der WWF als hoch ein. Die Rewe Group ist mit über 38 Milliarden Euro Umsatz der drittgrößte Lebensmittelkonzern Deutschlands. Edeka und Aldi, Konkurrenten von Rewe, verzichten in Grillkohle bereits auf Tropenholz, das nicht FSC-zertifiziert ist. Campact fordert Rewe dazu auf, jetzt nachzuziehen.

Setzt Rewe nicht gerade auf ein ökologisches Image?

Die Supermarktkette bemüht sich um ein ökologisches Image: Im Nachhaltigkeitsbericht 2017 behauptet Rewe, sich “für den Schutz der Wälder und der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten” einzusetzen. Außerdem hat der Konzern einen eigenen Bananen-Fonds gegründet. Unter dem Titel “Ein Herz für den Regenwald” unterstützt Rewe damit soziale und ökologische Projekte in Mittel- und Südamerika. Es ist geradezu paradox, gleichzeitig Grillkohle zu verkaufen, für die wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere im Regenwald zerstört werden muss.

Warum erlaubt die EU-Holzverordnung den Import von Grillkohle aus Tropenholz?

Grillkohle wird von der EU-Holzverordnung (EUTR) nicht erfasst. Deshalb haben weder die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) noch der Zoll eine Handhabe.

Auf welche Siegel können Verbraucher/innen beim Kauf achten?

Die Holzsiegel FSC und PEFC stehen für nachhaltige Waldwirtschaft. Die Organisation Forest Stewardship Council (FSC) achtet auf naturnahe Bewirtschaftung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt das FSC-Siegel.

Die Umweltorganisation Greenpeace hat das Siegel vielfach kritisiert: Die FSC hat beispielsweise Holz aus politisch instabilen Regionen wie dem Kongobecken zertifiziert. 2018 hat Greenpeace die Mitgliedschaft im FSC beendet. Das FSC-Siegel ist derzeit dennoch das einzige verlässliche Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft.
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