Betonwüste verhindern – A100 stoppen!

20.922

FDP-Verkehrsminister Volker Wissing will die Stadtautobahn A100 bis an den Prenzlauer Berg bauen und ein ganzes Viertel Lärm, Abgasen und Stau überlassen. Trotz Klimakrise und gegen den Willen des Berliner Senats. Jetzt stellen sich die Berliner*innen gegen den Autowahn und fordern von der Ampel: Blechlawine aufhalten – A100 stoppen.

Unterzeichnen Sie jetzt den Appell!

An die Bundesregierung, insbesondere
Bundesminister für Digitales und Verkehr Volker Wissing (FDP)
Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck (Grüne)
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)

Mit dem nächsten Bauabschnitt der A100 eine vierspurige Betonschneise durch Friedrichshain und Lichtenberg zu ziehen – das würde lebendige Nachbarschaften zerstören. Noch mehr Berliner*innen müssten jeden Tag Autolärm, Abgase und Stau vor ihrem Fenster ertragen. Auch Wohnhäuser, Grünanlagen und sogar eine Schule sind konkret bedroht. Die A100 ist ein Milliardengrab und schon jetzt die teuerste Straße Deutschlands. In Zeiten der Klimakrise Steuergelder in Autobahnbauten zu stecken – gegen den Willen der Stadt – ist keine klimagerechte Zukunftspolitik.

Wir fordern Sie deshalb auf, 
  • den Ausbau der A100 zu stoppen!
  • Infrastruktur konsequent klima- und zukunftsfest zu planen und massiv in den ÖPNV, Rad- und Fußwege zu investieren. 
  • ein sofortiges Moratorium für alle geplanten Autobahnprojekte zu erlassen. 

5-Minuten-Info

Warum ist die Verlängerung der A100 jetzt Thema?

Das von Volker Wissing (FDP) geführte Bundesverkehrsministerium hat Ende März 2022 überraschend die Planungsleistungen für den 17. Bauabschnitt ausgeschrieben. Das ist der Auftakt für den Weiterbau. Bis 2025 soll zunächst die bisher vorgesehene Linienführung hinsichtlich Umweltaspekten, Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung überarbeitet werden. Anschließend könnte die konkrete Bauplanung beginnen – und dann die Arbeiten. Es geht um ein gigantisches Infrastrukturprojekt, bei dem das gesamte Ostkreuz untertunnelt würde. 

Wird die A100 nicht bereits verlängert?

Ja, aktuell wird der 16. Bauabschnitt der A100 zwischen dem Autobahndreieck Neukölln und dem Treptower Park gebaut. Dieses Teilstück sollte eigentlich bis Ende 2021 fertiggestellt sein und 417 Millionen Euro kosten. Wegen Verzögerungen beim Bau wird mittlerweile damit gerechnet, dass der Bauabschnitt erst Ende 2024 fertig sein wird. Die Kosten dürften sich dann auf über 650 Millionen Euro belaufen. Damit ist die A100 die wohl teuerste Autobahn Deutschlands mit Kosten von fast 200.000 Euro pro Meter. 

Was ist falsch am Autobahn-Weiterbau?

Der Verkehrssektor stößt jedes Jahr ungefähr 150 Millionen Tonnen CO2 aus und ist damit für 20 Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Wenn wir die Emissionen in diesem Bereich reduzieren wollen, muss der Autoverkehr weniger werden. Der Weiterbau der A100 würde eine völlig verkehrte Infrastruktur für die nächsten Jahrzehnte schaffen und hunderte Millionen Euro verschlingen, die dringend für nachhaltige Mobilität gebraucht werden. Besonders in der Stadt gibt es mit Bussen, Bahnen und dem Fahrrad zahlreiche Alternativen, die dringend ausgebaut werden müssen. Durch gut vernetzte Radwege, breite Fußwege, verkehrsberuhigte Spielstraßen, großzügige Grünflächen und einen leistungsfähigen ÖPNV schaffen wir eine lebenswerte Stadt.

Wie steht die Landesregierung in Berlin zum 17. Bauabschnitt?

Ursprüngliche Pläne, die A100 mit einem weiteren Bauabschnitt bis zum Prenzlauer Berg zu verlängern, lehnt die rot-rot-grüne Koalition explizit ab. Sie hat sogar im Koalitionsvertrag festgelegt, den Weiterbau während der Legislaturperiode nicht voranzutreiben. Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) zu den Plänen der Bundesregierung: „Es wäre die erste Autobahn, die trotz Bundeszuständigkeit an einer Landesregierung vorbei gebaut wird.“ Sie will den Weiterbau mit aller Kraft verhindern. Der Senat in Berlin sieht dringenden Bedarf beim Ausbau des ÖPNV und dem Neubau alter Autobahnbrücken, aber keine Notwendigkeit für eine weitere Verlängerung der A100. 

Was steht im Koalitionsvertrag der Ampel?

In den Koalitionsverhandlungen haben sich die Ampel-Parteien im Bund darauf geeinigt, alle großen Infrastrukturmaßnahmen zu überprüfen. Im Koalitionsvertrag heißt es folgerichtig, dass es „eine gemeinsame Abstimmung über die laufenden Projekte“ geben sollte. Grüne und SPD dürfen das Vorpreschen der FDP nicht hinnehmen. Sie müssen darauf pochen, dass Infrastrukturmaßnahmen auf ihre klimaschädlichen Auswirkungen und die Anforderungen für nachhaltige Mobilität überprüft werden.

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