Stoppt die Schweinequal

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Ihr halbes Leben stecken Muttersauen zwischen engen Eisenstangen fest. CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will diese quälerischen Kastenstände noch 17 weitere Jahre erlauben. Das können die Grünen verhindern – und zwar im Bundesrat.

Unterzeichnen Sie jetzt den Eil-Appell und fordern Sie ein Ende dieser grausamen Praxis!

Die Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen sowie der Ministerpräsident und die grünen Minister*innen der Länder
Annalena Baerbock, Robert Habeck, Winfried Kretschmann (Ba-Wü), Jens Kerstan (HH), Jan Philipp Albrecht (S-H), Priska Hinz (Hessen), Claudia Dalbert (Sa-A), Ulrike Höfken (RLP), Maike Schaefer (Bremen), Wolfram Günther (Sachsen), Axel Vogel (BB), Dirk Behrendt (Berlin)

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesrat entscheidet darüber, ob die Zwangshaltung von Millionen Muttersauen in Deutschland – die sogenannte „Kastenstand-Haltung“ – fortgesetzt wird.

Seit fast dreißig Jahren wird das Martyrium der Muttersauen von deutschen Behörden und Regierungen geduldet. Schweden hat den Kastenstand bereits 1988 verboten, Großbritannien 1991 und die Schweiz 1997. Auch in den Niederlanden, Österreich und Norwegen gelten inzwischen Verbote. Tiermedizinisch steht völlig außer Frage, dass das Einzwängen von Muttersauen eine massive Störung ihrer elementarsten Bedürfnisse darstellt und den Geburtsverlauf stört. Die Behauptung der Kastenstand-Befürworter*innen, nämlich die Zahl der Ferkelverluste durch Erdrücken zu verringern, wird nachweislich besser durch mehr Platz in den Abferkelställen erreicht.

Die Grüne Partei fordert mit Nachdruck eine Agrar- und Tierhaltungswende und grüne Agrarpolitiker*innen kritisieren regelmäßig die Zwangshaft der Muttersauen in deutschen Ställen. Ich fordere Sie deshalb dringend auf:

Bitte nutzen Sie Ihre Stimmen im Bundesrat, um das ausschließlich den Exportinteressen der deutschen Fleischindustrie dienende Martyrium von Millionen Muttersauen jetzt zu beenden: keine Stimme einer Landesregierung mit grüner Beteiligung für den Fortbestand des tierquälerischen Kastenstands in Deutschland!

5-Minuten-Info Kastenstand

Warum wird der Kastenstand eingesetzt?

Der Kastenstand dient den Gewinninteressen der Agrarindustrie. Er ermöglicht es, viele Tiere auf wenig Raum zu halten und macht die Tierhaltung billiger – auf Kosten der Schweine. Angeblich werden die Sauen im Käfig gehalten, damit sie ihre Ferkel nicht erdrücken. Nachweislich effektiver ist Ferkelschutz jedoch, wenn die Tiere mehr Platz haben. 

Welche Folgen hat das für die Sauen?

Schweine sind intelligente Tiere. Sie lieben Schlammbäder, sind sozial und verspielt. Trächtige Sauen sind fürsorglich und bauen eigentlich Nester für ihren Nachwuchs – zumindest in ihrem natürlichem Lebensraum. Im Kastenstand können sie jedoch nur liegen oder stehen und sich nicht angemessen um ihre Ferkel kümmern. Die Tiere leiden unter Bewegungsmangel, Geschwüren und Vereinsamung. Diese Praxis ist Tierquälerei.

Wieso ist das nicht längst verboten?

Die üblichen Kastenstände sind illegal. Bundesgerichte haben das Verbot mehrfach bestätigt. Doch die Behörden schauen weg und verhängen keine Strafen. Die geplante Reform der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung will die Kastenstände nicht abschaffen, sondern für die nächsten 17 Jahre erlauben. Unser Kooperationspartner foodwatch weiß: „Jede Verlängerung der Kastenstandhaltung verstößt gegen das Grundgesetz“ – denn das Grundgesetz verpflichtet den Staat zum Tierschutz.

Warum schafft die Reform Kastenstände nicht ab?

Es ist schwer vorstellbar, dass nach einer Übergangszeit von 17 Jahren Kastenstände aus den Ställen komplett verschwinden. Verboten sind sie schon seit 28 Jahren – und trotzdem noch Standard in der industriellen Landwirtschaft. Die Reform schafft die Kastenstände nicht ab, sondern legalisiert sie für die nächsten Jahre.

Was haben Proteste bisher erreicht?

Eigentlich sollte die Nutztierverordnung und damit die Verlängerung des Kastenstands schon im Dezember im Bundesrat verabschiedet werden. Doch die Länderkammer hat die Abstimmung seitdem mehrmals verschoben – auch wegen des starken Protests von Tierschützer*innen. Das zeigt: Protest wirkt. Deswegen haben wir unseren Eil-Appell gestartet und planen eine Aktion am Landwirtschaftsministerium.

Warum sind die Grünen so zögerlich?

Viele grüne Spitzenpolitiker*innen haben sich bereits öffentlich gegen den Kastenstand geäußert. So verurteilen Schleswig-Holsteins Agrarminister Jan Philipp Albrecht und die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast die engen Käfige. Noch sind nicht alle Länder mit grüner Regierungsbeteiligung zum Widerstand bereit – wir überzeugen sie mit unserem Appell.

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