Siemens: Klima-Flächenbrand stoppen

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Australien brennt. Doch Siemens will die Klimakrise weiter anheizen – und dort zusammen mit dem Adani-Konzern die größte Kohle-Mine der Welt bauen. Auf der Siemens-Hauptversammlung am 5. Februar in München wollen wir das Klimakiller-Projekt stoppen.

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Siemens-Chef Joe Kaeser
Aktionär*innen von Siemens

Siemens will mit seiner Signal-Technik die größte Kohlemine der Welt ermöglichen – im australischen Carmichael, Queensland. Dabei schlägt die Klimakrise gerade in Australien mit aller Gewalt zu: Verheerende Buschbrände wüten und zerstören Lebensraum für Menschen und Tiere. 
Wir fordern: Stoppen Sie den Deal mit dem Adani-Konzern! Siemens darf keine Profite mehr mit dem Klimakiller Kohle machen. 

Stopp Carmichael Coalmine

Die „Carmichael-Kohlemine“ – was ist das?


Das geplante Steinkohlebergwerk Carmichael soll eine der größten Steinkohleförderstätten der Welt werden: Bis zu 60 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr will der Konzern Adani dort gewinnen. Dafür baut er jetzt zeitgleich an fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten, an Eisenbahnstrecken, um die Kohle zum Hafen zu bringen und an einer Erweiterung des Hafens Abbot Point, von dem aus die Kohle vor allem nach Indien verschifft werden soll.


Das Abbaugebiet liegt mitten im australischen Bundesstaat Queensland, in dem aktuell gigantische Buschfeuer wüten. Queensland und die australische Regierung unterstützen die Mine mit 2,7 Milliarden Euro Fördermitteln und Krediten. Die letzte Genehmigung erhielt der Betreiber im Juni 2019.


Ein breites Bündnis gegen die Mine in Australien kritisiert neben dem Einfluss auf den Klimawandel auch das sogenannte Wassermanagement, das in dem heißen und trockenen Land zu weitreichenden Folgen für Feuchtgebiete und Landwirtschaft führen kann. Die geplante Hafenerweiterung bedroht durch Abbaggerungen am Meeresgrund das in der Nähe befindliche Great Barrier Reef. Das ist eines der artenreichsten Korallenriffe der Welt, das aber bereits stark unter dem Klimawandel leidet.

Warum ist die Kohle-Mine so klimaschädlich?


Der Neubau eines gigantischen Kohlebergbaugebiets ist angesichts des Klimawandels ein fatales Signal: Die Menschheit kann sich nicht 60 Jahre weitere Energieerzeugung mit Steinkohle leisten. Im Gegenteil: Wir müssen schnellstmöglich aus den fossilen Energien aussteigen, um die Pariser Klimaschutzziele einzuhalten. 


Die angestrebte Fördermenge der Carmichael-Mine beträgt 60 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr. Das ergibt eine jährliche Emission von rund 100 Millionen Tonnen CO2 - die Klimafolgen durch den Abbau und Transport sind dabei noch nicht berücksichtigt. Wenn es nach den Investoren geht, soll die Mine sechzig Jahre lang betrieben werden - dann käme sie mit allen Nebenwirkungen insgesamt auf über 4 Milliarden Tonnen CO2.


Zum Vergleich: Im Jahr 2018 stieß Deutschland 866 Millionen Tonnen CO2 aus. 2015 importierte Deutschland insgesamt 55 Millionen Tonnen Steinkohle, um 66 Steinkohlekraftwerke zu betreiben.

Wie beteiligt sich Siemens an dem Kohle-Projekt?


Die Firma Siemens hat am 10. Dezember 2019 einen Auftrag angenommen, Signalanlagen für den Zug-Transport der Kohle von der Mine zum Hafen zu bauen. Das Auftragsvolumen liegt bei 18 Millionen Euro.


Am 12. Januar 2020 erklärte Siemens-Chef Joe Kaeser, dass er trotz der Kritik an dem Projekt festhalten wolle. Es handele sich um einen ziemlich kleinen Signal-Auftrag, und das Minenprojekt habe in Australien erfolgreich alle Genehmigungsstufen durchlaufen. Kaeser nutzt die Erklärung, um zu betonen, dass Siemens bis 2030 ein klimaneutrales Unternehmen werden will.

Was haben die Buschbrände in Australien mit der Kohlemine zu tun?


Die Buschbrände haben viele Menschen aufgeschreckt. Es sind bis Anfang Januar schon über 25 Tote zu beklagen, Tausende Menschen haben ihre Häuser verloren. Nach einer WWF-Schätzung sind bereits über eine Milliarde Tiere verbrannt, unter anderem 30 Prozent der Gesamtpopulation von Koalabären. Die Feuer sind kaum einzudämmen, die Wälder sind trocken, Temperaturen von bis zu 44 Grad erschweren die Einsätze, und Hitzegewitter sowie Stürme heizen die Brände an. 


Die konservative australische Regierung leugnet unterdessen den menschengemachten Klimawandel und sieht keinen Handlungsbedarf. Mehr noch: Sie wirbt offensiv für die Kohlemine. Dabei bestätigen Klimaforscher, dass der Klimawandel längst auf dem Kontinent angekommen ist. Sie warnen, dass große Teile Australiens bald unbewohnbar sein könnten. 

2019 war ein dramatisches Jahr für den Kontinent, mit den heißesten je gemessenen Temperaturen von 45 Grad in den Großstädten Sydney und Melbourne und bis zu 50 Grad im Outback. Während im Süden die Dürre das Überleben von Menschen und Tiere erschwerte, litt der Norden unter monsunartigen Regenfällen und Hochwasser.
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